Im dritten Bondfilm mit Roger Moore muss Bond ein verschwundenes Atom-U-Boot wiederfinden und trifft dabei auf die schöne russische Agentin Major Amasova, welche in gleicher Mission unterwegs ist.
Stärken
Over the top
Nachdem die ersten beiden Moore-Filme mit ihren Stories (Drogendealer, Berufskiller) und Actionszenen (Bootsverfolgung, Autoverfolgung, ..) eher bodenständig angesetzt waren, folgt nun mit dem dritten Film mit Roger Moore als Bond ein Großaufgebot an spektakulärer Action, Schauplätzen, Bösewichten und Gadgets. Alles unter dem Motto „It’s the biggest, it’s the best, it’s Bond“. Mit diesem Film ist Roger Moore vollends in der Rolle des Superagenten angekommen.
Eröffnungsszene
Der Film beginnt direkt spektakulär mit einer der bekanntesten Eröffnungssequenzen (unter der Regie des späteren Bond-Regisseurs John Glen) im Bond-Universum. Die rasante Ski-Verfolgungsjagd, untermalt von einer passenden 70er-Jahre-Disco-Adaption der James-Bond-Filmmusik von Marvin Hamlisch, endet mit dem berühmten Fallschirmsprung von einer Klippe. Ein langer, spannungsgeladener Kameraschwenk und als großer Abschluss, welcher zum Kult-Moment wurde, die Öffnung des Union-Jack-Fallschirms.
Lotus Esprit
Das in der Moore Ära geführte Bond Car – der Lotus Esprit – hat in diesem Film seinen ersten und spektakulärsten Auftritt. Stylisch passend für diese Zeit kommt auch dieses Auto sportlich und elegant daher und wirkt Roger Moore wie auf den Leib geschnitten. Die erste Fahrt im Auto mündet sogleich in eine rasante Verfolgungsjagd die ihren Höhepunkt mit dem Abtauchen und spektakulären Transformation des Lotus in ein U-Boot, gefolgt von spannenden Unterwasseraufnahmen. Mit diesem Film wurde der Lotus Esprit neben dem Aston Martin DB5 zu dem Bond-Car im Bonduniversum.
Beißer
Passend zum Stil des Films gibt es wieder einen überzeichneten und wohl einer der einprägsamsten Bondgegner. Beißer, der Hüne mit dem Metallgebiss ist auch unter Nicht-Bond-Fans sehr bekannt. Er war beim Publikum so beliebt, dass er sogar im nächsten Film wieder auftauchte und nicht den Filmtod erleiden musste. Beißer sorgt für aufregende und auch lustige Szenen im Film.
Atlantis
Eines der außergewöhnlichsten Set-Designs ist sicherlich die Unterwasseranlage Atlantis. Futuristisch, elegant und pompös. Hier hat Ken Adam wieder ganze Arbeit geleistet. Auch die Einführung von Atlantis ist ganz großes Kino. So weiß der Zuschauer zunächst nicht, dass sich die Szene unter Wasser befindet. Bewusst wurde der Eindruck erweckt, dass es sich aufgrund der Einrichtung um ein altes Anwesen handelt. Weder der Kamin noch die Bilder deuten auf die darauffolgenden Szenen hin. Mit großer Überraschung enthüllen die Bilder die Unterwasserwelt, aus der Strombergs futuristischer Bau sogleich spektakulär aus dem Meer emporsteigt.
Filmsets
Der Film ist voll von außergewöhnlichen Drehorten. Von den Ski-Szenen in der Schweiz, über Afrika und den Pyramiden von Gizeh, bis nach Italien zu Atlantis und dem Innenleben des Stromberg-Tankers, für dessen sogar eine eigene Halle gebaut wurde (007 Stage), welche seitdem in zahlreichen Bondfilmen genutzt wurde und auch für viele weitere Filme eingesetzt wird.
Das riesige Innere des Tankers ist zweifellos eines der spektakulärsten Filmsets, die es je gab – es ist ein wahrhaft gigantisches Finale, das an die Ausmaße von „Man lebt nur zweimal“ erinnert. Im Showdown darf natürlich auch die spannende Rettung des Bond-Girls nicht fehlen. Passend zum Humor von Roger Moore endet der Film mit einem trockenen und absolut passenden Oneliner.
Beste Szene
Wie bereits erwähnt, beinhaltet der Film viele ikonische Szenen. Aber das Finale im Tanker mit dem Auffinden der anderen geklauten U-Boote und der privaten Stromberg-Armee ist wirklich – Bond Typisch – eines der besten Finales und verdient das Wort Finale.
Schwächste Szene
An sich gibt es im Film eigentlich keine Durststrecke oder langatmige Szenen. Das Tempo des Films ist durchgehend hoch. Was ein wenig zu kurz kommt, ist der Tod von Karl Stromberg, der gegebenenfalls etwas spektakulärer oder spannender hätte ausfallen können.
Bond-Faktor
Der Film ist Bond at his best und nach ein paar schwächeren Filmen ein großartiges Comeback. Er bietet alles, was einen guten Bond ausmacht: Set-Design, das Bond-Auto, überzeichnete Bösewichte und spektakuläre, aufregende Drehorte. Ein Roger Moore in Topform – sportlich, elegant, immer mit einer Prise Humor, aber dennoch ein eiskalter, professioneller Agent, wenn es darauf ankommt. Der Film erfüllt nicht nur die Erwartungen der Fans, er setzt in vielen Punkten noch einen drauf. Es ist wohl Roger Moores bester Bond-Film und neben „Goldfinger“ einer der kultigsten und einprägsamsten der Filmreihe, der es selbst nach 15 Jahren und neun erfolgreichen Filmen schafft, neue Maßstäbe zu setzen.
Der Film hat aber bis auf eine nicht ganz so überzeugende Moneypenny alles was einen guten Bondfilm ausmacht. Daher 5 von 5 Martinis.
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Film-Faktor
Auch für Nicht-Bond-Fans bietet der Film beste Unterhaltung. Die Mischung aus spektakulärer Action, exotischen Schauplätzen, markanten Gegenspielern und humorvollen Momenten funktioniert auch unabhängig vom Franchise hervorragend. Zwar ist die Handlung bewusst größer und fantastischer angelegt, doch gerade das macht den besonderen Reiz des Films aus. Daher gibt es 5 von 5 Sterne.
⭐⭐⭐⭐⭐
Fazit
Mit „Der Spion, der mich liebte“ ist den Machern ein echter Meilenstein der Bond-Reihe gelungen. Der Film definiert und erneuert viele Elemente, die heute als typisch für James Bond gelten: spektakuläre Action, ikonische Schauplätze, ein legendäres Bond-Car, einen unvergesslichen Henchman und ein gigantisches Finale.
Roger Moore präsentiert sich hier in seiner vielleicht besten Form und verbindet Eleganz, Humor und Coolness perfekt miteinander. Zusammen mit dem beeindruckenden Set-Design von Ken Adam, der großartigen Musik und dem konsequenten „Bigger than life“-Ansatz entsteht ein Film, der zu Recht als einer der absoluten Höhepunkte der Reihe gilt.
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