{"id":11,"date":"2019-03-24T14:00:43","date_gmt":"2019-03-24T14:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/bondblog.de\/?p=11"},"modified":"2023-03-29T08:47:48","modified_gmt":"2023-03-29T08:47:48","slug":"diamentenfieber-1971","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bondblog.de\/?p=11","title":{"rendered":"Review &#8211; Diamentenfieber (1971)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im 7. Film der offiziellen Reihe jagt Bond erneut seinem Erzrivalen Blofeld hinterher. Die Rahmenhandlung bildet ein Diamantenschmuggel von Afrika \u00fcber Europa, bis hin nach Nordamerika.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>St\u00e4rken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Mr. Wint und Mr. Kidd<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden skurrilen Handlanger sind f\u00fcr das Franchise sehr gelungene Figuren und bergen mit ihrer stereotypen und \u00fcberzeichneten Art die richtigen Eigenschaften eines f\u00fcr Bond typischen Henchman. Zudem verwenden sie, wie f\u00fcr viele Bondfilme \u00fcblich und erhofft, untypische Mordmethoden. So t\u00f6ten Sie den Diamanten schmuggelnden Zahnarzt mit einem Skorpion, oder versuchen Bond zuerst in einem Sarg zu verbrennen und sp\u00e4ter in einer Pipeline lebendig zu begraben. Aus meiner Sicht sind die beiden neben Connery die bondigsten und unterhaltsamsten Elemente im Film.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Kampf im Fahrstuhl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiters Highlight im Film, und auch dessen beste Action-Szene, ist der Kampf mit dem echten Peter Franks im Fahrstuhl in Amsterdam. Dank des legend\u00e4ren Stuntman und Stuntkoordinators Bob Simmons, bietet diese Szene wieder einzigartige und packende Action, wie es Simmons auch bereits in fr\u00fcheren Filmen, wie der Kampf im Zugabteil in FRWL oder der Kamp mit Jacques Bouvar (auch gespielt von Simmons) in TB gelungen ist. Alle drei genannten haben gemein, dass es sich in den Zweik\u00e4mpfen um Bond physisch ebenb\u00fcrtige Gegner handelt, sowie der oft beengte Raum, welches die Szenen umso spannender und interessanter machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Schw\u00e4chen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Das Finale<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee mit der Bohrinsel ist an sich nicht schlecht. Und wie man wei\u00df, war das Finale auch urspr\u00fcnglich gr\u00f6\u00dfer geplant. Taucher auf dem Filmplakat deuten zum Beispiel auf den geplanten Unterwasserangriff hin, bei dem auch Sprengs\u00e4tze angebracht werden sollten. Bekannt ist ebenso, dass es beim Dreh des Finales Probleme mit der Pyrotechnik gab.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Eines der gr\u00f6\u00dften Mankos des Finales bildet die Tatsache, dass dieses sehr gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit dem im Vorg\u00e4ngerfilm (OHMSS) hat, n\u00e4mlich einen Angriff mit Hubschraubern auf das Versteck des Schurken. Es wirkt daher eher wie ein aufgebr\u00fchter Abklatsch und kommt diesen auch in keiner Weise nach, da die Action und auch die Effekte vergleichsweise eher schwach ausfallen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Man kann auch behaupten, dieses Finale ist kein wirkliches Finale. Es wird kein echtes Ende der vorhandenen Bedrohung mit dem Lasersatteliten dargestellt und auch gibt es keine abschlie\u00dfende Auseinandersetzung mit Blofeld und Bond. Man muss sich gar die Frage stellen, was mit ihm passiert ist. Wohl einer der schlechtesten Abg\u00e4nge einer markanten Figur in der Filmgeschichte. Es ist gut, dass in FYEO versucht wurde, dies etwas zu korrigieren.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umgang mit Blofeld<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Humor und der etwas lockere nicht so ernste Stil des Films schadet an sich dem Franchise nicht, jedoch schadet diese Darstellung von Blofeld letztendlich der Figur. So wurde Blofeld mit SPECTRE in den vorangegangenen Filmen vom Spannungsbogen und der Dramatik immer weiter aufgebaut. Nach 6 Filmen und dem Mord an seiner Ehefrau bildet Blofeld den Nemesis von James Bond. Ihn in Frauenkleidern fliehen zu sehen und auch sein Verhalten und Abgang auf der Bohrinsel nimmt hier viel Spirit rund um die Figur und dem Erzfeind Ernst Stavro Blofeld.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu amerikanisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das in einem Bondfilm andere L\u00e4nder bereist werden, ist nichts ungew\u00f6hnliches. Im Gegenteil, es ist fester Bestandteil des Franchise. Zusammen mit sch\u00f6nen einmaligen Aufnahmen von Landschaft und Kultur. So beispielsweise Japan in YOLT oder auch die Schweiz in OHMSS. Warum funktioniert dies nicht mit Nordamerika? Vermutlich, weil diese Bilder und Szenen einfach schon zu sehr bekannt sind und nichts exotisches bieten. Eine amerikanische Autoverfolgungsjagd mit der Polizei gab es zu dieser Zeit vielfach im Kino. Auch wirkt sie nicht sehr originell oder rasant inszeniert. Im Vergleich gab es zu dieser Zeit weitaus bessere. Bond war auch bereits in Goldfinger oder in LALD ausgiebig in den Staaten. Las Vegas als Drehort f\u00fcr Bond hat zwar seinen Reiz, aber ein buntes blinkendes Automatencasino bietet nicht den Stil einer f\u00fcr Bond typischen Spielbank.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Beste Szene<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Bond am White House<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist sicher schon \u00fcber 25 Jahre her, als ich den Film zum ersten Mal sah und der Geschmack der Filme hat sich \u00fcber die Jahre immer mal wieder ge\u00e4ndert. Doch diese Szene hat mir \u00fcber diesen weiten Zeitraum immer sehr gut gefallen. Die Lockerheit mit der Connery den Fahrstuhl besteigt, die Kletterszene in der Nacht, die Stimmung und Untermalung, sowie das Penthouse, wo Ken Adam mal wieder zeigt was er kann, ergeben eine perfekte Szene. <\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Schw\u00e4chste Szene<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Blofeld in Frauenkleidern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Szene mit der Gorillafrau ist dies die schw\u00e4chste und albernste des Films und kratzt, wie oben bereits geschrieben, stark am bisherigen Image von Blofeld.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Stab<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auch an diesem Film arbeiteten wieder viele Altbekannte mit, die im Franchise bereits fest verankert sind. So Shirley Bassey, welche schon das Titellied f\u00fcr Goldfinger sang, und neben diesem noch einen weiteres singen wird, n\u00e4mlich Moonraker. Ihr zweiter Song ist an sich etwas ruhiger angesetzt als der pomp\u00f6se Goldfinger, aber dennoch kein schlechter. John Barry komponierte erneut souver\u00e4n die Filmmusik. Ken Adam erschuf auch hier wieder tolle B\u00fchnenbilder. Regisseur Guy Hamilton hatte bereits im erfolgreichen und bahnbrechenden Goldfinger Regie gef\u00fchrt und wird dies noch in den beiden Fortsetzungen LALD und TMWTGG tun. Umso mehr verwundern im direkten Vergleich die Unterschiede und Schw\u00e4chen, hat er doch einen der besten Bondfilme der Reihe inszeniert und dem Hype um Bond einen riesigen Schub gegeben. Wie bereits erw\u00e4hnt war auch wieder Bob Simmons f\u00fcr die Stunts mit an Bord.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Bond Faktor<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gegenspieler<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leider in diesem Film die schw\u00e4chste Darstellung von Blofeld im gesamten Franchise.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Henchman<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits geschrieben bilden Mr. Kidd und Mr. Wint ein gro\u00dfes Highlight im Film.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bondgirls<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Tiffany Case hat man eine interessante Figur geschaffen, welche sehr pr\u00e4sent ist, aber leider zum Ende des Films etwas abflacht. Tritt sie in Amsterdam noch sehr stark und selbstsicher auf, so wirkt sie ab der Entf\u00fchrung von Blofeld eher unbeholfen und naiv.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verb\u00fcndete<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M, Moneypenny und Q zeigen im Film ihre entsprechende Pr\u00e4senz. Hier gibt es nichts schlechtes zu sagen. Felix Leiter ist, wie auch Blofeld, hier im Vergleich zu den restlichen Filmauftritten im Ranking auch leider eher unten angesiedelt. Hier herrscht keine Chemie zwischen ihm und Bond. Keine &#8222;Buddy-Stimmung&#8220; wie in anderen Filmen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gadgets<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgeklebte Fingerabdr\u00fccke und ein Stimmenimitator bilden an sich keine H\u00f6hepunkte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnis<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt im Film einige gute Bond Elemente. So die beiden oben genannten Charaktere Kidd und Wint. Auch der Auftritt von Moneypenny ist gut gelungen. Das Thema Doppelg\u00e4nger ein interessanter Ansatz und ein neues Thema im Franchise. Blofelds Penthaus bietet zusammen mit dem geheimen unterirdischen Zugang, der Gasfalle und dem tollen B\u00fchnenbild von Ken Adam sehr viel Bond Faktor. Zu vieles wirkt aber auch wiederholt. So erinnert das Gespr\u00e4ch mit Bond und M zum Thema Diamanten stark an die Szene in Goldfinger. Blofeld erpresst erneut, wie im Vorg\u00e4nger, die Welt. Am Ende bekommt der Film gemessen am Bond-Standard nur 2 von 5 Martinis.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Film Faktor<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Als eigenst\u00e4ndiger Film muss man sagen, dass er doch sehr vom Franchise getragen wird. F\u00fcr nicht Bond Fans kann er ganz unterhaltsam sein und bildet einen bunten Mix aus Spannung, Action und Humor. Bietet ansonsten aber kein \u00fcberragendes Filmerlebnis. Daher hier 2 von 5 Sternen.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Der letzte offizielle Film von Sean Connery schl\u00e4gt im Vergleich zu seinen Vorg\u00e4ngern einen deutlich lockeren Ton an. Zu seinem direkten Vorg\u00e4ngerfilm OHMSS ist er ein harter Bruch. Verfolgt man die Reihe von Beginn an, so lie\u00dfe sich ein guter roter Faden und ein aufbauender Spannungsbogen erkennen, was SPECTRE, Bond und Blofeld angeht. In Dr. No wird die Organisation das erste mal erw\u00e4hnt. In FRWL nimmt sie im Film bereits die tragende Rolle ein. In Feuerball r\u00fcckt Bond immer n\u00e4her an die Spitze der Organisation und auch der Zuschauer erf\u00e4hrt mit jedem Film mehr \u00fcber SPECTRE. Mit YOLT dann das gro\u00dfe Finale. Bond dringt bis in das Herz der Organisation vor und hat zum ersten Mal direkten Kontakt mit Blofeld.  Auch geht es diesmal nicht nur um eine Erpressung und Sabotage, sondern um das Verhindern des dritten Weltkriegs. Dann mit OHMSS noch einmal eine Steigerung. Es wird pers\u00f6nlich. Blofelds Rolle als Nemesis und Erzfeind wird noch einmal untermauert durch den Anschlag und Mord an seiner Ehefrau. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun durch diesen Film der harte Bruch. Kein wirklicher Bezug zum Vorg\u00e4ngerfilm (vermutlich da dieser nicht den gew\u00fcnschten Erfolg brachte). Ein cooler Bond und Connery, der nicht so bestrebt wirkt wie in den anderen Filmen, daf\u00fcr aber lockerer und frecher auftritt. Aus Sicht der Macher, mag es die richtige Entscheidung gewesen sein, einen Stilwechsel zu vollziehen. F\u00fcr den \u00fcbergreifenden Handlungsbogen und die Entwicklung der Charaktere war dies aber ein R\u00fcckschritt. Erwartet h\u00e4tte man einen Film mit einer Rahmenhandlung \u00e4hnlich wie in Lizenz zum T\u00f6ten oder in ein Quantum Trost. In Fankreisen gibt es daher oft den Ansatz, dass man DAF einfach als direkten Nachfolger von YOLT sehen sollte. Daf\u00fcr spricht: YOLT endet in Japan, Blofeld ist auf der Flucht, DAF beginnt in Japan und Bond jagt Blofeld. Das Thema pers\u00f6nliche Rache, welches im Film nicht wirklich Thematisiert wird, ist pass\u00e9 und auch die Frage, warum Blofeld Bond in OHMSS nicht erkennt l\u00f6st sich hiermit auf, da der Film so einfach als komplett eigenst\u00e4ndiger Film betrachtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film Diamantenfieber ist somit f\u00fcr mich wohl einer der schw\u00e4chsten Filme der Reihe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im 7. Film der offiziellen Reihe jagt Bond erneut seinem Erzrivalen Blofeld hinterher. 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